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Gesellschaft

Zivilschutz neu denken: Geflüchtete bringen Kriegserfahrung ein

Die Nutzung von Kriegserfahrung durch Geflüchtete verbessert den Zivilschutz in Deutschland. THW fördert Integration und Expertise in Krisensituationen.

Maximilian Weiss22. Juli 20262 Min. Lesezeit

Vor einigen Wochen stand ich in einem Gemeindezentrum, als eine Gruppe von Neuankömmlingen sich um einen Tisch versammelte. Sie unterhielten sich lebhaft über strategische Überlegungen zu Notfällen, während ich wie ein stiller Beobachter am Rande stand. Diese Menschen, viele von ihnen geflüchtet aus Kriegsgebieten, brachten Erlebnisse und Fähigkeiten mit, die in Deutschland oft als unkonventionell gelten. Der Gedanke, dass Herausforderungen, die sie in ihrer Heimat kennengelernt hatten, in der zivilen Sicherheitsarbeit von Nutzen sein könnten, war mir an diesem Tag besonders deutlich geworden.

Das Technische Hilfswerk (THW) hat diesen Ansatz aufgenommen und fördert aktiv die Einbindung von Geflüchteten mit Kriegserfahrung in ihre Strukturen. Diese Menschen haben oft nicht nur die Schrecken des Krieges überstanden, sondern auch praktische Erfahrungen in Krisenmanagement und Notfallhilfe gesammelt. In einem Land, das vor ökologischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen steht, ist diese Expertise von unschätzbarem Wert.

Die Integration dieser Gruppe in den Zivilschutz ist nicht nur eine Frage der humanitären Hilfe, sondern auch der Effizienz und Notwendigkeit. Während in Deutschland oft über die Herausforderungen der Integration diskutiert wird, sucht das THW nach Wegen, die Fähigkeiten dieser Menschen aktiv zu nutzen. So werden Workshops und Schulungen angeboten, die es den Geflüchteten ermöglichen, ihre Kompetenzen gezielt einzubringen und weiterzuentwickeln.

In einem kürzlichen Training, das ich besuchte, demonstrierten einige der Teilnehmer, wie man improvisierte Notunterkünfte errichten kann. Ihre praktischen Anleitungen und die Erläuterungen waren bereichert durch die Realität, die sie erlebt hatten. Diese Perspektiven sind oft erfrischend und bieten neue Lösungsansätze. Gleichzeitig schafft die Zusammenarbeit zwischen den Helfern ein Gefühl von Gemeinschaft und gegenseitigem Respekt.

Die Gesellschaft hat die Möglichkeit, von diesen Erfahrungen zu lernen. Der Austausch zwischen langjährigen Mitgliedern des THW und den neu Hinzugekommenen fördert nicht nur einen Wissensaustausch, sondern auch eine wertvolle soziale Integration. Dadurch wird ein Raum geschaffen, in dem nicht nur Expertise geteilt wird, sondern auch Empathie und Verständnis für die Herausforderungen, denen andere gegenüberstehen.

Diese neue Form des Zivilschutzes könnte als Modell für andere Organisationen stehen, die nach Wegen suchen, diversifizierte Talente zu nutzen. Die Vorstellung, dass Integration nicht nur eine Frage des Gebens, sondern auch des Empfangens ist, wird hier greifbar. Die Fähigkeiten, die die Geflüchteten mitbringen, sind ein Gewinn für die Gesellschaft, und ihre Einbindung in den Zivilschutz könnte als ein Beispiel für einen inklusiven Ansatz in Krisensituationen dienen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Zusammenarbeit weiterentwickeln wird, aber der erste Schritt ist bereits getan. Das THW zeigt, dass das Potenzial, das in der Vielfalt liegt, in der Praxis ausgeschöpft werden kann.

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